Autoplay im lizenzierten deutschen Online-Casino: Was 2026 wirklich gilt

Aktuell für September 2026
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Eine automatische Spin-Funktion klingt nach Bequemlichkeit. In Deutschland ist sie an Regeln gebunden, die jeder lizenzierte Anbieter umsetzen muss – und genau diese Regeln entscheiden, wie viel „Automatik“ überhaupt möglich ist. Wer auf Suche nach einem Online-Casino mit Autoplay ist, sollte zuerst verstehen, wo die Funktion läuft und wo sie durch die Aufsicht gebremst wird.

Nahaufnahme eines Spielautomaten-Bildschirms mit aktivierter Autoplay-Schaltfläche, ohne erkennbare Markenzeichen.
Die Spieleinsätze bei virtuellen Automatenspielen lagen laut GGL-Marktmonitor im Q1 2026 bei 1.201 Mio. €.

Datenstand: 23 September 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Inhaltsverzeichnis
  1. Rechtslage: Was Autoplay in Deutschland darf und was nicht
  2. Verantwortungsvolles Spielen: Warum Autoplay Aufmerksamkeit verlangt
  3. Spielauswahl: Welche Titel Autoplay unterstützen
  4. Anbieter im Vergleich: Lizenziert vs. Offshore
  5. Grundprinzipien und Rahmenbedingungen
  6. Funktionsweise: Was Autoplay technisch bedeutet
  7. Berechnung: Wie lange dauert das Bonus-Umsatz?
  8. Was ein lizenzierter Anbieter konkret leistet
  9. Die Sache mit dem „Casino“-Wort
  10. Wie ein Wechsel funktioniert (und warum er selten stattfindet)
  11. Häufig gestellte Fragen

Rechtslage: Was Autoplay in Deutschland darf und was nicht

Die Spielregeln für virtuelle Automatenspiele stehen im Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Seit dem 1. Juli 2021 ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle/Saale die zentrale Aufsicht. Sie führt eine Whitelist, keine schwarze Liste. Wer dort unter „Virtuelle Automatenspiele“ eingetragen ist, darf in Deutschland legal Online-Slots anbieten – und damit auch die Autoplay-Funktion, sofern die technischen Vorgaben eingehalten werden.

Symbolbild einer Stoppuhr neben einem Spielautomaten-Bildschirm, das ein Zeitintervall andeutet.
Laut Tätigkeitsbericht 2025 der GGL lag der nicht regulierte Anteil am Online-Glücksspielvolumen 2024 bei 23 %.

Zwei Kategorien von Erlaubnissen sind zu unterscheiden. Virtuelle Automatenspiele (Slot-Spiele ohne Live-Dealer) fallen unter eine bundesweite GGL-Erlaubnis gemäß § 22a GlüStV 2021. Online-Casinospiele (Roulette, Blackjack, Live-Tische) sind den Ländern vorbehalten und werden über § 9 Abs. 8 und § 6e Abs. 3 GlüStV 2021 geregelt. Die GGL-Whitelist vom 07.09.2026 listete insgesamt 166 Einträge – davon 34 für virtuelle Automatenspiele, 27 für Sportwetten, 5 für Online-Poker und nur 5 für Online-Casinospiele. Letztere werden ausschließlich auf Landesebene vergeben.

Für die Autoplay-Funktion selbst ist die wichtigste Vorgabe das 5-Sekunden-Intervall zwischen zwei Spins. Es gilt unabhängig davon, ob ein Spin manuell oder automatisch ausgelöst wird. Eine lizenzierte Plattform darf die Automatik nicht schneller laufen lassen als das manuelle Spiel, und genau hier unterscheidet sich das deutsche Angebot grundlegend von vielen Offshore-Casinos.

Seit dem 1. Juli 2026 sind die Einsatzlimits gestaffelt: 1 € pro Spin als Basis, 3 € für Spieler ab 21 Jahren, 5 € für Spieler ab 21 Jahren nach einer 90-tägigen Qualifizierungsphase. Die Anbieter können die höheren Stufen anbieten, müssen aber nicht. Alle Stufen laufen nach derzeitigem Stand am 31. Dezember 2027 aus.

Das monatliche Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 €, summiert über alle lizenzierten Anbieter hinweg. Es kann gegen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit angehoben werden. OASIS sperrt Spieler über alle Anbieter hinweg, LUGAS setzt das Einzahlungslimit technisch durch und verhindert paralleles Spiel.

Wer ohne deutsche Erlaubnis spielt, bewegt sich in einer Grauzone: § 285 StGB stellt die bloße Teilnahme an nicht erlaubtem Glücksspiel unter Strafe – bis zu sechs Monate oder Geldstrafe. In der Praxis verfolgt die GGL die Anbieter, nicht die Spieler. Das ändert nichts daran, dass kein Verbraucherschutz greift.

Verantwortungsvolles Spielen: Warum Autoplay Aufmerksamkeit verlangt

Automatische Spins entkoppeln den Rhythmus des Spiels vom eigenen Tippen. Wer 100 Runden laufen lässt, bekommt nicht in jedem Moment mit, wie sich Kontostand und Verluste entwickeln. Genau deshalb hat der deutsche Gesetzgeber die 5-Sekunden-Pause zwischen Spins vorgeschrieben – nicht als Schikane, sondern als Bremse.

Die GGL verlangt von jedem lizenzierten Anbieter drei Schutzebenen, die auch im Autoplay greifen. Erstens: OASIS. Die Spielersperrdatei wird vor dem ersten Spin und bei jeder Sitzung abgefragt. Wer gesperrt ist, kann weder manuell noch automatisch spielen. Zweitens: LUGAS. Die Limitdatei setzt das übergreifende Einzahlungslimit durch – gleich ob das Geld für einen oder tausend Spins gedacht ist. Drittens: eine vollständige KYC-Prüfung vor dem ersten Einsatz, ohne Anonymität und ohne Krypto.

Autoplay macht diese Werkzeuge nicht überflüssig. Wer die Funktion nutzt, sollte zusätzlich eigene Stopps setzen: ein Verlustlimit, ein Gewinnziel, eine maximale Anzahl Spins. Die meisten lizenzierten Plattformen bieten solche Einstellungen im Spielmenü an – sie sind Teil der Spielverantwortung, nicht ein Bonus-Feature.

Was im Offshore-Bereich fehlt, ist die Verbindung zu OASIS und LUGAS. Wer dort spielt, hat keine Sperre, die übergreifend wirkt, und kein Limit, das wirklich greift. Im Streitfall bleibt nur der Weg zum Curaçao-Lizenzgeber – eine Instanz, die für deutsche Spieler kaum erreichbar ist.

Spielauswahl: Welche Titel Autoplay unterstützen

Autoplay ist eine Funktion des Spielautomaten, nicht des Casinos. Sie gehört zum Standard vieler virtueller Slots, weil die Walzen ohnehin nach einem Klick auswerten. Live-Dealer-Spiele und Tischspiele kennen die Funktion in der Regel nicht: dort entscheidet der Croupier oder die Spielmechanik, wann eine Runde endet.

In der GGL-Whitelist vom 07.09.2026 waren 34 Plattformen für virtuelle Automatenspiele eingetragen. Die Auswahl an Slots ist auf diesen Seiten vergleichbar – sie hängt vom Software-Vertrag des Betreibers ab, nicht von der Lizenz selbst. DGGS mbH, Betreiber von JackpotPiraten.de und BingBong.de, arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 15 beziehungsweise über 16 Herstellern zusammen. BingBong listet rund 1.200 Spiele in seiner RTP-Übersicht, JackpotPiraten rund 1.300. Trotz identischem Betreiber sind die Spielebestände nicht identisch.

Novoline-Titel dominieren beide Seiten. Novomatic gibt auf BingBong.de an, „mehr als 600 Spiele“ veröffentlicht zu haben. Daneben finden sich Studios wie Indigo Magic mit rund 30 Slots, Greentube, Merkur und weitere deutsche und europäische Anbieter. Ob ein konkreter Titel Autoplay unterstützt, hängt vom Spiel selbst ab – nicht jede Slot-Variante eines Herstellers bietet die Funktion, und manche Versionen schalten sie nach einem Software-Update frei oder ab.

Die Spieleinsätze bei virtuellen Automatenspielen sind nach dem GGL-Marktmonitor beachtlich: 1.201 Mio. € im ersten Quartal 2026, 1.214 Mio. € im zweiten Quartal. Innerhalb dieses Volumens entfällt der überwiegende Anteil auf Slots, die Autoplay anbieten – ein Indiz dafür, dass die Funktion in der Praxis tatsächlich genutzt wird.

Anbieter im Vergleich: Lizenziert vs. Offshore

Die folgende Übersicht zeigt die acht Plattformen, die für Spieler mit Autoplay-Interesse in Frage kommen – in der Reihenfolge der Whitelist-Zugehörigkeit, danach die Offshore-Marken.

Marke Lizenzstatus Autoplay-Funktion Beworbene Konditionen
JackpotPiraten GGL-Whitelist (Slots) Freispiele mit Gewinncap 200 € / 75 €
BingBong GGL-Whitelist (Slots) Free Spins mit 1× Umsatz
DIE SPIELBANK Whitelist (Land)
Merkur Whitelist (Land, Tisch/Live)
Tipico Games GGL-Whitelist (Slots)
Wunderino GGL-Whitelist (Slots)
Ice Casino Nicht in GGL-Whitelist 40× Rollover / 35× auf Freispiele
Slottica Nicht in GGL-Whitelist Curaçao-Lizenz OGL/2024/1060/0472

Grundprinzipien und Rahmenbedingungen

Marke Lizenzstatus Kundensupport Beworbene Konditionen
JackpotPiraten GGL-Whitelist (Slots) Ja Freispiele mit Gewinncap 200 € / 75 €
BingBong GGL-Whitelist (Slots) Ja Free Spins mit 1× Umsatz
DIE SPIELBANK Whitelist (Land) Ja
Merkur Whitelist (Land, Tisch/Live) Ja
Tipico Games GGL-Whitelist (Slots) Ja
Wunderino GGL-Whitelist (Slots) Ja
Ice Casino Nicht in GGL-Whitelist Nein 40× Rollover / 35× auf Freispiele
Slottica Nicht in GGL-Whitelist Nein Curaçao-Lizenz OGL/2024/1060/0472

JackpotPiraten

JackpotPiraten.de wird von DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH betrieben, eingetragen im Handelsregister Berlin Charlottenburg HRB 244176 B mit Sitz in Berlin. Die Geschäftstätigkeit ist im Impressum klar umrissen: „virtuelles Automatenspiel gemäß §§ 4 bis 4d i.V.m. 22a GlüStV 2021“. Tischspiele sind nicht Teil der Erlaubnis. Die Plattform wirbt mit „Die erste Online Spielothek mit GGL Lizenz“ und vermeidet das Wort „Casino“ im Fließtext konsequent – die deutsche Regulierung untersagt diese Bezeichnung für reine Slot-Anbieter.

Die Spielebibliothek umfasst rund 1.300 Titel von über 16 Herstellern. Freispiele sind die hauptsächliche Bonusform: Am 03.09.2026 bewarb die Plattform 5.000 Freispiele ohne Einzahlung für den Slot Hot Chance, gebunden an einen einmaligen Umsatz – eine ungewöhnlich milde Bedingung. Daneben stehen Aktionen mit 310 Freispielen für Novoline-Titel (01.09.2026) und 225 Freispielen ab einem Einsatz von 1 € (04.09.2026). Die Gewinngrenzen liegen bei 200 € für einzahlungsaktivierte und 75 € für einzahlungsfreie Freispiele.

Die DGGS mbH ist seit dem 27.04.2022 erstmalig erlaubt – eine der frühen GGL-Konzessionen. Wer auf Autoplay bei klassischen Novoline-Slots Wert legt, findet hier den vermutlich größten lizenzierten Spielebestand. Schwachpunkt: Die Plattform schweigt zu konkreten Einzahlungsboni und Umsatzbedingungen – wer mehr als Freispiele sucht, bekommt keine klaren Zahlen.

BingBong

BingBong.de ist die zweite Plattform von DGGS mbH, technisch und rechtlich eng mit JackpotPiraten verwandt, aber mit eigenständigem Spielebestand von rund 1.200 Titeln. Beide Plattformen sind in der GGL-Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“ mit bundesweitem Vertriebsgebiet eingetragen – der einzige Betreiber mit zwei parallelen GGL-Plattformen.

Die Bonusstruktur ähnelt JackpotPiraten, mit Free-Spins-Aktionen wie 295 Freispielen für Novoline-Slots (01.09.2026) oder 10 Freispielen ohne Einzahlung zum Monatswechsel (31.08.2026). Die 1×-Umsatzbindung auf Gewinne aus Freispielen ohne Einzahlung ist auch hier die Regel.

Für Spieler, denen das Spielangebot von JackpotPiraten nicht zusagt, bietet BingBong eine Alternative unter demselben Betreiber, aber anderem Spielportfolio. Keine eigenständige Lizenz, keine zweite Konzession – die Plattform teilt die regulatorische Grundlage mit ihrem Schwestern-Angebot.

DIE SPIELBANK

Die-spielbank.de wird von der Sächsischen Spielbanken-GmbH & Co. KG betrieben, einer staatlichen Gesellschaft. Die Erlaubnis besteht seit dem 03.11.2022, erteilt über das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. DIE SPIELBANK bezeichnet sich selbst als „der erste staatliche Anbieter für virtuelles Automatenspiel in Deutschland“ und verwendet die Begriffe „Online-Spielbank“ und „Online Spielothek“ – nicht aber „Casino“ im sichtbaren Fließtext. Im HTML-Titel der Seite taucht „Legales Online Casino mit 900+ Online Slots“ dennoch auf, ein SEO-Kompromiss, der die strenge Regulierung sichtbar macht.

Der Spielebestand von über 900 Slots ist kleiner als bei den DGGS-Plattformen, dafür ist die Plattform die einzige mit unmittelbar staatlichem Hintergrund – ein Vertrauensanker für Spieler, die Anbieter mit privater Betreiberstruktur meiden.

Merkur

Merkur-spiel.de gehört zu Merkur Bets Malta Limited und fällt unter die wenigen Land-Erlaubnisse für Online-Casinospiele. Damit unterscheidet sich das Angebot grundlegend: Hier sind Tischspiele und Live-Dealer-Spiele erlaubt, nicht nur Slots. Wer Autoplay sucht, wird auf dieser Plattform fündig, sofern die Slot-Spiele im Portfolio die Funktion anbieten.

Für Spieler, die neben Slots auch Roulette oder Blackjack legal online spielen wollen, ist Merkur eine der wenigen Optionen mit deutscher Lizenz. Die Lizenz gilt nur in Schleswig-Holstein, dort ist die Plattform uneingeschränkt verfügbar; in anderen Bundesländern hängt die Nutzung von der jeweiligen Landesauslegung ab.

Tipico Games

Tipico Games (games.tipico.de) ist die Slot-Plattform des Tipico-Konzerns, betrieben von Tipico Games Limited. Die Plattform ist in der GGL-Whitelist für virtuelle Automatenspiele eingetragen und kombiniert die Markenbekanntheit von Tipico mit dem Slot-Angebot eines lizenzierten Anbieters.

Wer bereits Tipico-Sportwetten nutzt, findet hier eine nahtlose Erweiterung des eigenen Kontos. Separate Registrierung ist nicht nötig. Das Spielangebot ist auf Slots beschränkt; Tischspiele laufen über andere Kanäle des Konzerns.

Wunderino

Wunderino.de wird von Megapixel Entertainment Limited betrieben und ist in der GGL-Whitelist für virtuelle Automatenspiele eingetragen. Die Plattform gehört zu den etablierten lizenzierten Anbietern und nutzt die gleiche regulatorische Grundlage wie JackpotPiraten und BingBong.

Der Hauptunterschied liegt im Spielportfolio und in der Markenführung. Wunderino hat sich über die Jahre eine eigene Identität aufgebaut; wer die DGGS-Plattformen bereits kennt, findet hier eine Alternative mit anderer Schwerpunktsetzung.

Ice Casino

Icecasino.com wird laut Sekundärquellen von WhiteBox B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben (Company Number 155412). Die Plattform ist nicht in der GGL-Whitelist eingetragen, kein Anschluss an OASIS, kein Anschluss an LUGAS. Das Angebot ist für Spieler in Deutschland nicht legal.

Die Bonusstruktur ist aggressiv: 40× Rollover auf den Einzahlungsbonus, 35× auf Gewinne aus Freispielen – Werte, die auf dem deutschen Markt unüblich sind und genau dort locken sollen, wo die deutsche Regulierung den Wettbewerb aushebelt. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner und keine Sperre, die übergreifend wirkt.

Slottica

Slottica.com wird laut Sekundärquellen von Atlantic Management B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben, Lizenz OGL/2024/1060/0472. Auch diese Plattform ist nicht in der GGL-Whitelist eingetragen. Die rechtliche Lage für deutsche Spieler entspricht der von Ice Casino.

Funktionsweise: Was Autoplay technisch bedeutet

Autoplay ist keine eigene Spielmechanik. Es ist eine Schleife, die den Spin-Button für eine vorher festgelegte Anzahl Runden automatisch auslöst. Vor dem Start wählt der Spieler in der Regel: Anzahl der Spins (10, 25, 50, 100 oder bis „Stopp“), Stopp-Bedingungen (Verlustlimit, Einzelgewinn über X €, Bonusrunde ausgelöst) und gelegentlich den Einsatz pro Spin. Danach läuft die Sequenz ohne weiteren Eingriff.

Schematische Darstellung eines automatisch ablaufenden Spins auf einem Tablet-Bildschirm.
Die GGL-Whitelist umfasste am 07.09.2026 insgesamt 166 Einträge, davon 34 für virtuelle Automatenspiele.

In Deutschland gilt: Auch im Autoplay-Modus muss zwischen zwei Spins mindestens 5 Sekunden vergehen. Das ist nicht verhandelbar, nicht abschaltbar und nicht umgehbar. Ein lizenzierter Anbieter, der diese Vorgabe ignoriert, riskiert die Erlaubnis. Die technische Umsetzung liegt beim Spielentwickler – viele Studios haben ihre deutschen Versionen entsprechend angepasst, sodass Autoplay zwar verfügbar ist, aber faktisch denselben Rhythmus hat wie manuelles Spielen.

Die Einsatzlimits pro Spin greifen unabhängig von der Spielweise: 1 € als Basis, mehr nur unter den Bedingungen im Abschnitt „Rechtslage“. Wer Autoplay startet und das eigene Verlustlimit überschreitet, bekommt je nach Anbieter einen Warnhinweis oder einen automatischen Stopp – beides ist möglich, beides gehört zum Pflichtprogramm lizenzierter Plattformen.

Berechnung: Wie lange dauert das Bonus-Umsatz?

Mehrere der beworbenen Aktionen auf lizenzierten Plattformen sind an Umsatzbedingungen geknüpft. Wer wissen will, wie lange das Umsetzen realistisch dauert, kann mit einer einfachen Rechnung arbeiten. Die Formel lautet:

Erforderlicher Umsatz = Bonusbetrag × Umsatzfaktor

Anzahl Spins = Umsatz ÷ Einsatz pro Spin

Spieldauer (Stunden) = Spins × 5 Sekunden ÷ 3600

Nehmen wir ein typisches Szenario aus den lizenzierten Aktionen: 100 € Bonus mit 40× Umsatz (entspricht dem offshore üblichen Faktor – lizenzierte Anbieter veröffentlichen solche Werte selten) und 1 € Einsatz pro Spin.

Erforderlicher Umsatz: 4.000 €

Anzahl Spins: 4.000

Spieldauer: 4.000 × 5 Sekunden ÷ 3600 ≈ 5,6 Stunden

Bei einem niedrigeren Umsatzfaktor – etwa 20× – halbiert sich die Spieldauer auf etwa 2,8 Stunden. Bei 1× Umsatz (wie auf BingBong.de für Freispiele ohne Einzahlung üblich) sind 200 Spins in rund 17 Minuten durchgespielt.

Die Bandbreite ist also enorm: Zwischen knapp 20 Minuten und mehreren Stunden, je nach Faktor und Bonushöhe. Wer auf dem deutschen Markt spielt, ist faktisch an das 5-Sekunden-Intervall gebunden – offshore Plattformen werben oft mit schnelleren Intervallen, was sich in einer kürzeren Spieldauer niederschlägt. Das ist kein Vorteil, sondern ein Verlust an Kontrolle.

Was ein lizenzierter Anbieter konkret leistet

Die GGL-Whitelist vom 07.09.2026 listete 166 Einträge, davon 34 für virtuelle Automatenspiele. Hinter dieser Zahl steht ein System, das deutsche Spieler nur dann schützt, wenn sie es auch nutzen.

Die drei Schutzebenen im Überblick:

Spieler, die diese Werkzeuge akzeptieren, tauschen Anonymität gegen Schutz. Offshore-Casinos bieten beides nicht – und im Streitfall greift weder die GGL noch die Staatsanwaltschaft, weil der Anbieter seinen Sitz außerhalb der EU hat.

Die Sache mit dem „Casino“-Wort

Die deutsche Regulierung verbietet es reinen Slot-Anbietern, sich „Online-Casino“ zu nennen. § 22a Abs. 11 GlüStV 2021 ist hier eindeutig. Die lizenzierten Betreiber haben sich darauf eingestellt: JackpotPiraten.de wirbt mit „Online Spielothek“, BingBong.de ebenso, DIE SPIELBANK verwendet „Online-Spielbank“ und „Online Spielothek“. Nur im SEO-Titel eines Anbieters taucht das Wort „Casino“ auf – ein Marketing-Kompromiss, der die rechtliche Grauzone sichtbar macht.

Für Spieler bedeutet das: Wer ein „Online-Casino mit Autoplay“ in Deutschland sucht, muss verstehen, dass der Begriff zwei verschiedene Dinge meinen kann. Entweder eine lizenzierte Online-Spielothek mit Slot-Automatik, oder eine Offshore-Plattform, die mit dem Casino-Begriff wirbt, aber keine deutsche Erlaubnis hat. Beide bieten Autoplay, nur eine davon innerhalb des deutschen Rechtsrahmens.

Wie ein Wechsel funktioniert (und warum er selten stattfindet)

LUGAS verhindert paralleles Spiel auf mehreren lizenzierten Plattformen. Wer bei Anbieter A eingezahlt hat, kann nicht gleichzeitig bei Anbieter B spielen – die Aktivitätsdatei blockt den Zugriff. Das ist Absicht: Die Aufsicht will verhindern, dass Spieler durch Plattform-Hopping Limits umgehen.

Wer den Anbieter wechseln will, muss zuerst die laufende Aktivität beenden. Das bedeutet: Ausloggen, Sitzung beenden, einige Minuten warten, bis die Aktivitätsdatei den Status aktualisiert. Erst dann ist die nächste Plattform verfügbar. Der Wechsel ist also kein spontaner Akt, sondern ein bewusster Schritt – eine Bremse, die im Hintergrund wirkt.

Für Autoplay-Spieler hat das praktische Folgen: Wer 100 Runden auf JackpotPiraten startet und mitten in der Sequenz zur BingBong-Plattform wechseln will, kann das nicht. Die laufende Aktivität blockt den Wechsel.

Häufig gestellte Fragen

Welche lizenzierten Online-Casinos bieten eine Autoplay-Funktion an?

Alle in der GGL-Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“ eingetragenen Plattformen bieten Slots an, deren Autoplay-Funktion vom Spielentwickler bereitgestellt wird. Dazu gehören JackpotPiraten.de, BingBong.de, Tipico Games und Wunderino.de mit bundesweiter GGL-Erlaubnis sowie DIE SPIELBANK mit Land-Erlaubnis. Welche konkreten Titel Autoplay unterstützen, hängt vom Spiel ab – eine plattformweite Garantie gibt es nicht.

Gilt das 5-Sekunden-Limit zwischen Spins auch im Autoplay-Modus?

Ja, das 5-Sekunden-Intervall gilt unabhängig davon, ob ein Spin manuell oder automatisch ausgelöst wird. Die Vorgabe steht im GlüStV 2021 und ist Teil der Pflichten jedes lizenzierten Anbieters. Die Funktion lässt sich technisch nicht schneller betreiben, auch wenn die Software des Spiels eine schnellere Sequenz erlauben würde.

Wie funktioniert die Autoplay-Funktion bei virtuellen Automatenspielen?

Autoplay ist eine Schleife, die den Spin-Button nach einer vom Spieler festgelegten Anzahl Runden automatisch auslöst. Vor dem Start wählt man Anzahl der Spins (oft 10 bis 100), Stopp-Bedingungen wie Verlustlimit oder Einzelgewinn und den Einsatz pro Spin. Danach läuft die Sequenz ohne Eingriff; Stopps greifen bei den definierten Bedingungen oder wenn das Spiel eine Bonusrunde auslöst, sofern diese Option aktiviert wurde.

Kann ich bei aktiviertem Autoplay ein Einsatzlimit festlegen?

Das gesetzliche Einsatzlimit pro Spin (1 €, 3 € oder 5 € je nach Alter und Qualifizierung) gilt immer und ist nicht abschaltbar. Zusätzlich können Spieler eigene Limits im Spiel oder im Kontobereich setzen: maximale Anzahl Spins, Verlustlimit, Gewinnziel. Diese Einstellungen greifen auch im Autoplay-Modus und sind Teil des Pflichtangebots lizenzierter Anbieter.

Unterscheidet sich die Autoplay-Funktion bei Offshore-Casinos von lizenzierten Anbietern?

Offshore-Casinos unterliegen nicht dem deutschen 5-Sekunden-Intervall und nicht den gestaffelten Einsatzlimits. Sie können Autoplay schneller laufen lassen und höhere Einsätze anbieten – was auf den ersten Blick wie ein Vorteil wirkt, faktisch aber weniger Kontrolle bedeutet. Hinzu kommt: Kein Anschluss an OASIS oder LUGAS, keine deutsche Streitschlichtung, keine gesetzliche Einlagensicherung. Für Spieler in Deutschland bleibt das Angebot illegal.

Welche Spielautomaten unterstützen eine automatische Spinfunktion?

Die meisten modernen Slots virtueller Automatenspiele bieten Autoplay als Standardfunktion. Titel von Novoline, Greentube, Merkur und anderen großen Studios sind in der Regel mit der Funktion ausgestattet. Welche konkreten Spiele einer Plattform Autoplay bieten, lässt sich am einfachsten direkt im Spielmenü prüfen – lizenzierte Anbieter veröffentlichen keine vollständige Autoplay-Liste, weil die Funktion vom Spielentwickler und nicht vom Betreiber gesteuert wird.

Erstellt vom Redaktionsteam „Casino Echtgeld Info”.

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